Kosten

Girocard vs. Kreditkarte: Gebühren im Vergleich

Aktualisiert: 5. Februar 2026
6 Min. Lesezeit

Warum gibt es unterschiedliche Gebühren?

Wenn ein Kunde mit Karte bezahlt, fallen für den Händler Gebühren an – das sogenannte Disagio. Diese Gebühren unterscheiden sich erheblich je nach Kartentyp, und der Grund dafür liegt in der Struktur des Zahlungssystems.

Bei jeder Kartenzahlung sind mehrere Parteien beteiligt: die kartenausgebende Bank (Issuer), die händlerbetreuende Bank (Acquirer), das Kartennetzwerk (Visa, Mastercard, girocard) und der Zahlungsdienstleister. Jede Partei erhält einen Anteil der Gebühr.

Girocard (EC-Karte): Die günstige Option

Die girocard (umgangssprachlich „EC-Karte") ist das deutsche Debitkartensystem. Die Gebühren sind reguliert und deutlich niedriger als bei Kreditkarten:

  • Interbankenentgelt: 0,20 % des Umsatzes (EU-reguliert, Obergrenze)
  • Typische Händlergebühr: 0,25–0,95 % je nach Anbieter und Volumen
  • Flatrate-Optionen: Ab 0,07 % bei CCV (bei hohem Volumen)

Die girocard ist mit über 100 Millionen ausgegebenen Karten das meistgenutzte Zahlungsmittel in Deutschland. Rund 75 % aller Kartenzahlungen im stationären Handel erfolgen per girocard.

Kreditkarte: Höhere Gebühren, mehr Akzeptanz

Visa und Mastercard sind internationale Kartennetzwerke mit höheren Gebühren:

  • Interbankenentgelt: 0,30 % für Debitkarten, 0,30 % für Kreditkarten (EU-reguliert)
  • Typische Händlergebühr: 0,89–2,75 % je nach Anbieter
  • American Express: Noch teurer, oft 2–3 % (nicht EU-reguliert)

Kreditkarten sind besonders bei internationalen Kunden und im E-Commerce wichtig. Touristen und Geschäftsreisende zahlen fast ausschließlich mit Kreditkarte.

Gebührenvergleich nach Anbieter

AnbieterGirocard (EC)Visa/Mastercard DebitVisa/Mastercard Credit
SumUp0,90 %0,90 %1,90 %
myPOS0,90 %1,10 %1,30 %
Zettle0,95 %0,95 %2,75 %
PAYONE0,89 %0,89 %1,19 %
CCVab 0,07 %ab 0,89 %ab 0,89 %
Bezahlexperten0,25 %0,99 %0,99 %
VR Payment0,89 %0,89 %1,09 %
Revolut0,80 %0,80 %1,30 %

Auffällig: Bei Anbietern ohne Fixkosten (SumUp, Zettle) ist die EC-Kartengebühr höher, dafür fallen keine monatlichen Kosten an. Bei Mietanbietern (CCV, Bezahlexperten) sind die EC-Gebühren deutlich niedriger.

Praxisbeispiel: Auswirkung auf Ihren Umsatz

Angenommen, Sie machen 10.000 € Kartenumsatz pro Monat, davon 70 % girocard und 30 % Kreditkarte:

AnbieterEC-Kosten (7.000 €)Kredit-Kosten (3.000 €)Gesamt + Fixkosten
SumUp63,00 €57,00 €120,00 €
Bezahlexperten17,50 €29,70 €57,10 € (+ 9,90 €)
CCV (Flatrate)4,90 €26,70 €61,50 € (+ 29,90 €)

Bei 10.000 € Umsatz spart ein Mietanbieter wie Bezahlexperten über 50 € pro Monat im Vergleich zu SumUp – trotz Grundgebühr.

Fazit

Die Gebührenstruktur ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Wahl Ihres EC-Cash-Anbieters. Je höher Ihr Kartenumsatz, desto wichtiger werden niedrige Transaktionsgebühren. Nutzen Sie unseren Kostenrechner, um die optimale Lösung für Ihr Geschäft zu finden.

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